
Gleich zu erst: Nein, es geht nicht um die Haftung.
Seit 1999 firmiert jansass als Hamburger Werbeagentur unter dem Namen des Inhabers: Jan Sass. Das Gesetz will es so, denn Einzelpersonengesellschaften müssen den vollen Namen des Inhabers führen. Nur steht im Gesetz nicht, dass der nicht die Leertasten rauslassen darf.
Mit 2006 wurde der eingetragener Kaufmann, die jansass.com eK, sowie die Eintragung in der Handelsrolle zu Hamburg erforderlich. Das aber sollte nur ein Zwischenschritt sein, denn die gesetzlichen Bedingungen sollten sich ändern.
Mit 2007 kam die Bundesregierung auf die lustige Idee, dass alle, die künstlerisch tätig sind, zwangsweise in die KSK einzahlen dürfen - ob sie dort versichert sind, oder nicht. Was die KSK ist, warum wir sie nicht brauchen und wieso Sie dafür zahlen müssen, erfahren wir alle in den kommenden Jahren.
Kurz vor 2008 hat jansass nun die paradoxe Aufgabe, kein Künstler sein zu dürfen (so will es das Finanzamt), aber Künstler sein zu müssen (so will es das Sozialgesetz). jansass ist also eine Künstler-Nicht-Ja-Nein-Doch-Vielleicht-Werbeagentur. Nur sieht das als Firmenbezeichnung nicht gut aus. Daher:
Mit Dezember 2007 firmiert die jansass GmbH als Kapitalgesellschaft und mit neuer Adresse und Kontonummer. Die wichtigen Änderungen sind orange gekennzeichnet:
jansass GmbH · Lemsahler Dorfstr. 4 · 22397 Hamburg
Handelregister Hamburg HRB 103087 · Geschäftsführer Jan Sass
USt.-Ident-Nr. DE 257031322
In eigener Sache:
Grundsätzlich sind alle kreativen Leistungen, was immer das rechtlich bedeuten mag, neuerdings KSK-pflichtig. Egal, ob der Kreative Mitglied der KSK ist oder nicht. Floristen, Werber, Steuerberater. Nur Tätowierer nicht; die wurden vom BGH als Unkreative rausgeschmissen (Az.: B 3 KS 2/07 R). Die Bundesregierung möchte mit der Verschärfung mehr soziale Gerechtigkeit schaffen. Die Kosten dieser zweiten, unnützen und gesetzlichen KSK-Krankenkasse tragen arbeitsame Kreative, kleine Agenturen und vor allem deren Kunden. Das führt dazu, dass Kunden kurz- bis mittelfristig zu "großen" GmbH-Agenturen wechseln, um der KSK-Steuer zu entgehen. Und es führt dazu, dass GmbH-Agenturen sich von KSK-Mitgliedern trennen und stattdessen KSK-freie Freie Mitarbeiter einsetzen; um nicht doppelt zahlen zu müssen.
Ab Ende 2007 ist auf die Leistungen der jansass GmbH keine KSK-Steuer mehr fällig. Und Frau Angela Merkel erhält für die finanzmathematische Großtat in der Sache der KSK die Schulnote „stets bemüht“.
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